Arbeitsfelder

Magerrasen:

Die genaue Bezeichnung der meisten Wiesen lautet „Trespen-Halbtrockenrasen“. Die Hänge mit kalkhaltigen Böden sind meistens südlich exponiert, und bieten somit Heimat für wärmeliebende Insekten und zahlreiche Orchideen.  Zeitgerechte Mahd und der Verzicht auf Dünger jeder Art begünstigen die weitere Entwicklung. Eine Fläche wird nie vollständig gemäht, um Rückzugsgebiete und die Möglichkeit zur Verbreitung der Samen zu erhalten. Die Wiesenpflege ist der größte Aufwand und eindeutiger Schwerpunkt der Vereinsarbeit.


Teichanlagen:

In einer Umwelt mit befestigten Wegen ohne Pfützen und intensiver Land- und Forstwirtschaft gibt es kaum noch Laichmöglichkeiten und Lebensräume für Amphibien. In den Teichanlagen der Ortsgruppe tummeln sich Frösche, Kröten und Molche, Ringelnattern leben in der Umgebung. Die regelmäßige Reinigung der Teiche und ihrer Randbereiche erfolgt meist im Spätwinter vor Beginn der Laichzeit.

 


Bachlauf

Der Meerbach entspringt im Schannenbacher Moor und entwässert mit seinen Zuflüssen das Tal. Er mündet bei Lorsch in die Weschnitz. Im Bereich außerhalb der Ortschaften ist der Bach noch sehr naturnah. Er beherbergt das Bachneunauge und die Wasseramsel, ein Anzeichen für hohe Wasserqualität. Bereits kurz nach der Vereinsgründung übernahm der Verein die Bachpatenschaft. Der Erhalt des guten Zustandes und der Wasserqualität unterliegt ständiger Beobachtung. Im Sommer sind regelmäßig Prachtlibellen zu beobachten, und zwar beide in Mitteleuropa vorkommenden Arten: Die gebänderte und die blauflügelige Prachtlibelle. 


Pflegearbeiten:

Seit der Gründung im Jahre 1986 bildet die Pflege von Trespen-Halbtrockenrasen und anderem Magergrünland im Bereich der Gemarkungen Zell und Gronau (Stadt Bensheim) an der hessischen Bergstraße einen Arbeitsschwerpunkt der NABU-Ortsgruppe Meerbachtal.
Derzeit werden rund 60 ha Magergrünland alljährlich durch die Ortsgruppe gepflegt. Die Pflegearbeiten werden durch die Stadt Bensheim und dem RP Darmstadt finanziell unterstützt. Die Organisation der Pflege (z. B. Abschluß von Pflegeverträgen mit Landwirten) erfolgt unter der Regie der NABU-Ortsgruppe.


Entbuschen:

Ergänzende (Primär-)Pflegemaßnahmen bilden Entbuschungen und das Zurückschneiden von Hecken. Besonders das Vordringen der Robinie, einer eingeschleppten Art, bereitet viel Arbeit. Brachgefallene Grundstücke werden nach kürzester Zeit von ihr in Besitz genommen.

 


Vogelschutz

Ein besonderes Augenmerk hat die Ortsgruppe auf die Erhaltung von Vogelschutzgehölzen. Im Bereich der Pflegeflächen werden Hecken, Bauminseln und Obstbaumbestände erhalten, im Bereich des Meerbachtals werden Landschaftsteile mit Heckenbestand geschützt. Vögel sind in Bereichen mit Unterwuchs und schützenden Büschen eher anzutreffen als im Hochwald, bestimmte Arten ausgenommen. Ausgesprochene Wiesenbrüter kommen in der hiesigen Landschaft kaum vor, hier bieten die ausgedehnten Pflegeflächen des Vereins aber genügend Rückzugsräume. An einigen markanten Stellen wird regelmäßige Winterfütterung durchgeführt. Die Futterstellen sind so angelegt, dass gute Beobachtungsmöglichkeiten bestehen, zum Beispiel am Gronauer Waldparkplatz. Nisthilfen sind in erheblicher Anzahl vorhanden, die Kästen werden regelmäßig begutachtet und jährlich gereinigt. Der Vogelschutzwart des Vereins verfasst einen jährlichen Bericht.


Nisthilfen für Vögel:

Die Nistmöglichkeiten für Vögel werden durch moderne Bauweise und den Mangel an alten Bäumen, Gemäuern und Brachflächen immer weniger. Deshalb wurden ca. 200 artgerechte Singvögelnistkästen und Brutröhren für Eulen angebracht. Diese werden kontinuierlich betreut.
Weiterhin werden die Vögel im Winter regelmäßig gefüttert.

 


Nisthilfen für Wildbienen:

Die Nistmöglichkeiten für Wildbienen werden durch aufgeräumte Landschaften und fehlendes Totholz immer seltener. Für Wildbienen wurden daher in 2019 die beiden Wildbienen-Nisthilfen in Bensheim-Zell neu gestaltet.

Wildbienen-Nisthilfe in der Flur “Im Gehren”.
Diese Nisthilfe befindet sich oberhalb des Friedhofs in Zell.

Wildbienen-Nisthilfe in der Flur “Auf der Brunkel”.
Diese Nisthilfe befindet sich oberhalb des SKG-Freizeitgeländes in Zell.


Obstbäume:

Streuobstwiesen prägten einst die dörfliche Umgebung. Die Erhaltung dieses Lebensraums mit seiner reichen Gliederung ist sehr wichtig. Seit Jahrzehnten organisiert der Verein Sammelbestellungen für Obstbäume für die Bevölkerung. Schnitt-und Pflegekurse werden ergänzend angeboten.
Rund 1.500 Hochstamm-Obstbäume, die auf Initiative der NABU-Ortsgruppe Meerbachtal und durch finanzielle Unterstützung der Stadt Bensheim interessierten Grundstückseigentümern kostenlos zur Verfügung gestellt wurden, konnten in den über 30 Jahren gepflanzt werden. Die alten Sorten sollen einmal zur Verbesserung des Kleinklimas beitragen.


Trockenmauern:

Zur Flächengewinnung und Hangsicherung legten unsere Vorfahren die Mauern ohne Mörtel oder Zement nur mit aufgesetzten Steinen an. Diese Relikte des früher gepflegten Obstanbaus auf Terrassen bilden ideale Schlupfwinkel für Eidechsen, Schlingnattern und Insekten. Die meistens nach Süden exponierten Mauern mit den vorhandenen Natursteinen sind ausgezeichnete Wärmespeicher. Die frühere kleinräumige Bewirtschaftung der Grundstücke findet heute nicht mehr statt. Deshalb ist das Freihalten und die Wiederherstellung dieser Mauern sehr wichtig.


Hohlwege und Lösswände:

In unserer Landschaft sind die Hohlwege und Lösswände ein prägendes Element. Im abgelagerten Löss haben sich durch regelmäßige Nutzung die Wege immer tiefer in den Boden gesenkt. Die Wandungen der Hohlwege und der Bewuchs bieten durch ihr Kleinklima einen besonderen Lebensraum (Wildbienen). Der Verein beteiligte sich an der Kartierung und Beschilderung eines Lehrpfades und kümmert sich um den Erhalt dieser Bodendenkmäler.

 


Öffentlichkeitsarbeit:

Bildervorträge und Ausstellungen, Exkursionen und Informationstage, aktive Beteiligung am Gemeindeleben und an Veranstaltungen stehen auf dem Jahresplan. Die Mitglieder des Vorstandes arbeiten für die Stadt Bensheim in der Naturschutzkommission und im Klimanetzwerk mit. Auch zu den übergeordneten Verbänden und den benachbarten Ortsgruppen gibt es ständige Kontaktpflege. Wissenschaftler und Studenten der Universitäten Münster, Gießen und Kiel werden bei ihren Exkursionen im Meerbachtal betreut.

 


Landwirtschaft

Die meisten unserer hauptberuflichen Landwirte sind sich ihrer Verantwortung gegenüber der Natur bewusst und bewirtschaften ihre Felder nachhaltig. Auch im Weinbau werden bei den Weingütern meist Spritzmittel behutsam und gezielt eingesetzt. Leider kann man das von den meisten Hobbylandwirten und Freizeitwinzern nicht immer so sagen. Aus Zeitmangel werden die Rebzeilen, die man nicht mit Maschinen bearbeiten kann, mit Unkrautbekämpfungsmittel gespritzt.  Die Gifte wiederum werden von Vögeln bei der Nahrungssuche aufgenommen, was vor allem während der Jungenaufzucht meist zu Totalausfällen der Brut führt. Rinder, für die kein Stall oder Unterstand vorhanden ist, bleiben über den Winter im Freien und stehen bis zu den Knien im Schlamm. Auf diesen Wiesen wächst kein verwertbares Futter mehr, wenn überhaupt noch was wächst sind dies meist nur noch Ampferarten, die nicht gefressen werden.


Umweltprobleme

Die Mitglieder der Ortsgruppe sind angehalten, Umweltsünden wie illegale Entsorgung von Müll, Schnittgut oder Bauschutt zu melden. Leider bringt der gute Ausbau der Feldwege einen erhöhten Verkehr von Kraftfahrzeugen mit sich, die Gelegenheit wird öfter zur Müllentsorgung genutzt. Auch erhebliche Mengen an Plastikabfall wie Planen zur Abdeckung von Holzstapeln, Kanister und sonstige Hinterlassenschaften verschandeln die Natur. Einige Grundstücke wurden zur Freizeitgestaltung genutzt, Mobiliar und sonstige Hinterlassenschaften verbleiben danach oft vor Ort. Die besonders schweren Fälle werden regelmäßig an das Ordnungsamt der Stadt Bensheim gemeldet, ansonsten steht für jeden Bürger eine App zur Mängelmeldung zur Verfügung.


Maschinenpark

Die Gerätehalle in Gronau wurde mit Unterstützung der Stadt Bensheim angemietet. Dort befinden sich neben einer Werkstatt und einem Aufenthaltsraum die Lager- und Stellplätze der Maschinen und Geräte. Neben den üblichen Gebrauchsgegenständen zur Wiesen- und Landschaftspflege gibt es eine umfangreiche Maschinenausrüstung, da der Aufwand der Pflegearbeiten in Handarbeit nicht zu bewältigen ist. Besonders erwähnt sei hier der Metrac, ein fahrbarer Mäher speziell für Steilhänge mit diversen Zusatzgeräten. Die kleinere Ausgabe ist ein Balkenmäher, der für besonders unzugängliches Gelände verwendet wird. Beide Geräte arbeiten mit Messerbalken, um eine schonende Bearbeitung der Wiesen zu gewährleisten. Der Wartungsaufwand für alle Geräte ist höher als bei herkömmlichen Maschinen, dafür bleibt die unmittelbare Bodenbedeckung erhalten. Ein Ladewagen zum Abtransport des Schnittguts wurde kürzlich angeschafft.